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Als der kleine Stern die Erde besuchen wollte.jpgDer Besuch des kleinen Sterns
Ein Sternenmärchen für die Laternenzeit

Besonders zur Herbstzeit, wenn die Lichter der Städte besonders hell zu ihm herauf strahlten, hatte der kleine Stern jedes Jahr auf Neue große Lust, die Erde zu besuchen. Die Kinder wollte er sehen. Mit ihnen lachen wollte er und Spaß haben, spielen und tanzen, feiern und singen. So groß war diese Sehnsucht, dass seine Strahlenarme brannten und kribbelten und juckten. So auch heute.
Unruhig zappelte er an seinem Himmelsplatz und sein Licht sandte kleine Funkenblitze über den Himmel.
„Was ist mit dir, kleiner Stern?“, fragte die Himmelsfee, die sich Sorgen machte.
„Nichts“, antwortete der kleine Stern leise. „Doch. Eines. Die Kinder möchte ich gerne besuchen. Dort unten auf der Erde.“
„Dieser Wunsch lässt sich nicht erfüllen, kleiner Stern“. Die Himmelsfee schüttelte den Kopf. „Sterne sind Sterne und Kinder sind Kinder.“
„Und da sind dann auch noch wir kleinen Sternchen“, sagte der kleine Stern. „’Sternenkinder’ nennt ihr uns.“ Er sah die Himmelsfee mit einem Bettelblick an. „Also sind wir Kleinsterne auch so etwas wie Kinder! Und deshalb könnten wir vielleicht doch zu den Kindern gehen und miteinander Spaß haben. Können wir?“
„Könnt ihr nicht. Es bleibe jeder unter sich! Das gilt auch für Sterne und Menschen. Und ganz besonders für Sternenkinder.“
„Und wie ist es mit den Sternenmenschen?“, erkundigte sich der kleine Stern.
Die Himmelsfee lachte. „Sternenmenschen gibt es nicht. Und nun solltest du wieder brav deine Arbeit tun und leuchten, kleiner Stern! Für die Menschen und Tiere und Pflanzen.“
Der kleine Stern nickte folgsam. Aber er war nicht zufrieden. Damals, als er zum ersten Mal zur Adventszeit die Erde besucht hatte, hatten sich die Menschen sehr über seinen Besuch gefreut. In der großen Lichtertanne am Weihnachtsmarkt hatte er gesessen und die Leute, die kleinen und die großen, hatten für ihn Weihnachtslieder gesungen. Ahhh! Wie schön war das gewesen!
Der kleine Stern begann zu träumen. Und im Traum sah er auf einmal viele Kinder mit hell leuchtenden Sternen durch die Straßen ziehen. Nein, er träumte sie nicht. Er konnte die Kinder auch hören. Sie sangen Lieder von Sonne und Mond und Sternen und sie trugen helle Sterne in den Händen.
„Sternenmenschen!“, freute sich der kleine Stern. „Es gibt sie also doch. Was habe ich für ein Glück! Sternenmenschen und Sternenkinder passen zusammen und sie dürfen einander auch sehen. Die Himmelsfee hat sich geirrt und ich werde jetzt die Sternenmenschen dort unten besuchen. Juchhu!“
Und schnell flitzte der kleine Stern in einem unbeobachteten Moment dann doch von seinem Himmelsplatz als leuchtender kleiner Sternenblitz zur Erde hinab, und was er an jenem Abend dort erlebte, das ist eine andere Geschichte.

© Elke Bräunling

Die Abenteuer des kleinen Sternes findest du hier:
Der kleine Stern und die allergrößte Laterne
Der kleine Stern und das wunderzarte Lied
Der kleine Stern und das Weihnachtswunder
Als der kleine Stern die Erde besuchen wollte
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Herbstglittertanne