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Begegnung mit einem Vampir

Spät ist es heute im Judokurs geworden. Als Max und Paul die Sporthalle verlassen, ist es dämmerig und nebelig draußen.
”Oje”, stöhnt Max. ”Man kann ja keine fünf Meter weit sehen. Brrr. Bei diesem Nebel könnte man sich glatt verirren.”
Die Freunde fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut.
”Beeilen wir uns! Sonst ist es dunkel, bis wir zur Steingasse mit der Friedhofsmauer kommen”, schlägt Paul vor.
Max seufzt. ”Oh ja. Bei Nebel ist es da echt grausig.”
”Ob es dort Geister gibt?”, überlegt Paul. ”Es heißt doch, im Nebel spuken Geister und Vampire über die Friedhöfe, oder?”
Max winkt ab. ”Es gibt keine Geister und Vampire.”
Langsam nähern sie sich der Steingasse. Noch bedrohlicher als sonst erscheint ihnen heute die Friedhofsmauer, die die Steingasse nach rechts begrenzt. Nebelfetzen kriechen an ihr entlang, und die Äste der Bäume ragen wie Totengerippe über den Mauerrand.
Der Nebel wird dichter. Es ist, als könne man kaum die Hand vor Augen sehen. Zögernd stehen Max und Paul am Beginn der Gasse und starren auf die Friedhofsmauer. Hat sich da nicht etwas bewegt? Ein Schatten? Nein. Es war nur ein Ast.
”Sollen wir besser durch die neue Siedlung gehen?”, flüstert Max.
”Quatsch, das ist ja eine halbe Stunde Umweg”, wehrt Paul ab.
Max zögert noch immer. ”Warum sind hier keine Leute?”
”Wir haben eben Pech”, sagt Paul. ”Wir schaffen das! Ich zähle auf drei, und dann rennen wir los. Eins, zwei, drei!”
Sofort rasen die beiden los, als wären hundert und mehr Geister hinter ihnen her. Schon haben sie die Hälfte der Strecke geschafft.
Da, plötzlich taucht aus dem Nichts eine dunkle Gestalt auf. Uihh, sieht die grausig aus! Die Freunde zittern am ganzen Leib.
”Ein Vampir”, heult Max auf. ”Ich habe doch gleich gesagt …”
Der Vampir bewegt sich. Es sieht aus, als schwinge er seinen Umhang wie einen Flügelschlag. Dann geht er langsam auf die Kinder zu. Er hinkt und stützt sich beim Gehen mit einem Stock ab. Klack … klack!
Gespenstisch hallt dieses Klack … klack durch die Gasse, hin und her, und klack und zack …
Die Freunde weichen ängstlich zurück.
”Hiiilfe” und ”Hau ab, blöder Vampir!” will Max rufen, doch kein Laut kommt über seine Lippen.
Noch wenige Schritte, dann hat der Vampir sie erreicht. Klack … klack!
Jetzt ist es so weit. Mit weit aufgerissenen Mündern und heftig klopfenden Herzen starren Max und Paul den Vampir an.
Der neigt den Kopf zum Gruße und sagt freundlich: ”Guten Abend.”
”G-g-guten A-a-abend”, stammeln die Freunde.
Da muss der Vampir, der niemand anderes ist als Ordensschwester Theresina, lachen. ”So ein Nebeltag kann ganz schön gruselig sein, nicht wahr?”, kichert sie.
”St-st-stimmt!” Max und Paul sehen sich an und müssen auch kichern. Zu dumm, sich ausgerechnet vor Theresina zu fürchten. Grinsend machen sich die beiden auf den Nachhauseweg.

© Elke Bräunling

Nebeltag

 

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